Leider unterstützen wir Internet Explorer nicht mehr.

Bitte verwenden Sie Microsoft Edge, Google Chrome oder Firefox.

Zurück zur Artikelübersicht

Was sind invasive Neophyten und wie sind sie zu bekämpfen?

Neophyten sind Pflanzenarten, die vom Menschen aus anderen Verbreitungsgebieten eingeschleppt wurden. Die meisten sind harmlos, manche können aber als sogenannte invasive Neophyten verheerende Folgen für die ökologische Vielfalt haben und sogar dem Menschen gefährlich werden. Vor allem viele Gartenpflanzen von anderen Kontinenten, die wegen ihres dekorativen Aussehens gerne in Ziergärten angepflanzt werden, können auf diese Art zu einem Problem werden, das sich nur schwer bekämpfen lässt. Was gegen sie hilft, erfährst du hier.

1. Der Einfluss von Neophyten auf die Umwelt

In der Botanik werden Pflanzen, die durch menschlichen Einfluss in ein Gebiet gelangten, in dem sie natürlicherweise bisher nicht vorkamen, als Neophyten bezeichnet. In der Natur sind Pflanzen nur begrenzt mobil und können sich von selbst nicht über grössere Entfernungen ausbreiten. Menschen transportieren Pflanzen mit Schiffen aber bereits seit Jahrhunderten über riesige Entfernungen. So wurden manche Pflanzen als Nutz- oder Zierpflanzen angesiedelt, andere wurden unabsichtlich als Samen eingeschleppt. In modernen Zeiten bilden vor allem Zierpflanzen ein grosses Problem. Sie können sich entweder von selbst ausbreiten oder durch unbedachte Entsorgung von Gartenabfällen in die freie Natur gelangen. Ein sorgfältiger Umgang mit Gartenabfällen sollte daher selbstverständlich sein, um eine Ansiedlung ausserhalb des Gartens zu verhindern; Gärtnereien geben dabei Unterstützung.

2. Der Umweltschaden durch invasive Neophyten

Nicht jede eingeschleppte Pflanzenart ist ein Problem für die Umwelt. Manche können sich aber invasiv verhalten: Das bedeutet, dass sie sich in ihrem neuen Lebensraum stark ausbreiten und die ursprünglich dort heimischen Arten verdrängen. So kann sich der als Gartenpflanze beliebte Sommerflieder vor allem in Auenlandschaften massiv vermehren und dort zu einer Verarmung der natürlichen Flora führen. Durch diese Ansiedlung fehlen dann die Futterpflanzen, die viele Schmetterlingsarten für ihre Raupen benötigen. Auf diese Art sind Neophyten vor allem in kleinen, eng begrenzten Lebensräumen eine grosse Gefahr für die Biodiversität. Daher ist ihre Bekämpfung ein wichtiger Beitrag zum Artenschutz.

3. Die Pflanzenarten finden, die problematische invasive Neophyten sind

In der Schweiz definieren Botaniker Stand 2020 rund 550 Arten als Neophyten. Die meisten von ihnen richten keinen Schaden an. Die sogenannten invasiven Neophyten breiten sich jedoch stark aus und können erhebliche Schäden anrichten, indem sie die heimische Flora verdrängen. In der Schweiz gelten derzeit 41 Arten als nachweislich schädliche Neophyten und 17 weitere als potenziell schädlich. Das schweizerische Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat eine Artenliste mit rund 100 invasiven Neophyten veröffentlicht.

4. Welche Neophyten dem Menschen schaden können

Manche Neophyten können auch wirtschaftlichem Schaden oder gesundheitliche Probleme verursachen. So kann etwa die Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia) in der Landwirtschaft Schäden bei Sonnenblumen-, Sojabohnen- oder Erbsenkulturen verursachen, indem sie diese Pflanzen verdrängt und die Ernte erschwert. Der Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum) ist sogar giftig: Alle Pflanzenteile enthalten Furanocumarine, das sind Stoffe, die schwere Hautentzündungen verursachen können, wenn sie auf die Haut gelangen und dort der Sonne ausgesetzt werden. Das Schmalblättrige Greiskraut (Senecio inaequidens) ist giftig und kann Menschen gefährden, wenn es sich in Getreidefeldern ausbreitet und die Pflanzenteile dann in die Nahrung gelangen. Die Wurzeln des Japanischen Staudenknöterichs können Mauern und Asphalt zerstören, indem sie in kleinste Hohlräume und Ritzen eindringen und diese beim Wachsen sprengen.

5. Fundmeldungen als Massnahme gegen invasive Neophyten

Je stärker sich eine Neophytenart ausbreitet, umso schwieriger ist es, sie wieder auszurotten. Daher sind Fundmeldungen ein wichtiger Bestandteil einer Strategie gegen Neophyten. Manche Arten haben sich so stark ausgebreitet, dass inzwischen ein massiver Aufwand nötig ist, um sie auch nur einzudämmen.

6. Bewährte Massnahmen zur Bekämpfung invasiver Neophyten

Es gibt eine Reihe bewährter Massnahmen, um invasive Neophyten loszuwerden:

  • Die meisten Arten invasiver Neophyten werden am besten durch Mähen bekämpft. Das hat sich beispielsweise beim Drüsigen Springkraut oder bei den beiden eingeschleppten Arten von Goldruten (Solidago canadensis und Solidago gigantea) bewährt. Das Mähen muss zweimal im Jahr erfolgen.
  • Manche Arten können nur wirksam bekämpft werden, indem die Pflanzen einzeln ausgegraben oder ausgerissen werden. Das muss allerdings häufig wiederholt werden und verursacht einen hohen Arbeitsaufwand. Selbst nach einer Entfernung aller sichtbaren Pflanzenteile können im Erdreich vorhandene Samen der Problempflanzen noch Jahre später auskeimen. Oft müssen die Bekämpfungsmassnahmen daher in einer komplizierten Systematik über Jahre kontrolliert und fortgesetzt werden. Wegen des grossen Aufwands beschränkt man sich meist oft auf kleine, besonders schützenswerte Gebiete.
  • Bäume wie die Robinie oder auch der Götterbaum können dagegen recht einfach durch Ringeln, also ein Einschneiden der Rinde, zum Absterben gebracht werden.

7. Ex-situ-Erhaltung von Pflanzenarten

Eine Ex-situ-Erhaltung ist die Erhaltung einer hochgefährdeten Pflanzenart ausserhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebiets, etwa in einem botanischen Garten oder auch in einer Samenbank. Mit dieser aufwendigen Notmassnahme kann das Aussterben einer Art verhindert werden. Für eine Ex-situ-Erhaltung muss eine grössere Anzahl von Pflanzen entnommen und umgesiedelt werden (im Idealfall 500 bis 5000 Exemplare), um die genetische Vielfalt innerhalb der „geretteten“ Population zu erhalten und eine Inzuchtdepression zu verhindern. Auch müssen sie unter Bedingungen angepflanzt werden, die den natürlichen Bedingungen möglichst ähnlich sind, um eine Anpassung an den künstlichen Lebensraum zu verhindern.

Das könnte dich auch interessieren

Amberbaum – richtig anpflanzen und pflegen

Von purpurrot, über orange-gelb, bis hin zu schwarz-violett – mit seiner farbenfrohen und nuancenreichen Blätterfärbung ist der Amberbaum vor allem im Herbst ein besonderer Hingucker. Der pflegeleichte Baum, der eine Menge Sonne benötigt, hat seinen Ursprung in Nordamerika. Als Garten- und Zierbaum ist er auch bei uns sehr beliebt. Worauf du beim Kauf eines Amberbaums achten solltest, wann und wie er gepflanzt wird und was du über die Pflege und den Schnitt wissen solltest, erklären wir dir Schritt für Schritt in unserem Ratgeber.

Japanischer Ahorn – die besten Tipps zum Anpflanzen, Schneiden und Pflegen

Der Japanische Ahorn begeistert vor allem im Herbst mit seiner intensiven roten Laubfärbung. Der aus den Bergwäldern Japans stammende Baum nimmt daher unter den Ziersträuchern eine Sonderstellung ein. Häufig wird er auch als Feuer- oder Fächerahorn bezeichnet – fälschlicherweise, denn hierbei handelt es sich um eigenständige Sorten. Egal, ob du ihn allein oder gemeinsam mit anderen Sträuchern, im Garten oder im Topf auf dem Balkon pflanzt: Der Japanische Ahorn ist immer eine Augenweide und noch dazu angenehm pflegeleicht. Wir du ihn richtig pflanzt, schneidest und in Form hältst, erfährst du hier.

Elfenblume richtig anpflanzen und optimal pflegen

Als „Schattenjuwel“ ist die Elfenblume eine unkomplizierte und robuste Pflanze, die sich optimal als Bodendecker unter anderen Pflanzen und Bäumen eignet. Dabei ist sie nicht nur ein guter Unkrautverdränger, sondern gleichzeitig auch ein schöner Blickfang am Boden. Ihre filigranen Blüten bringen Farbe in unscheinbare und dunkle Ecken. Alles, was du über die Elfenblume wissen solltest, wie du sie anpflanzt und pflegst und weitere Tipps, erfährst du in unserem Ratgeber. Wir verraten dir zudem, mit welchen anderen Pflanzen sie gut kombiniert werden kann.

Schrebergarten mieten: Der Weg zum Parzellen-Paradies

Du wohnst in einer Stadtwohnung und sehnst dich nach Freiraum und einem Stück Grün? Du möchtest, dass deine Kinder lernen, wie Johannisbeeren und Salat wachsen? Du hättest Interesse, einen Garten zu bearbeiten und zu gestalten? Dann hast du bestimmt schon daran gedacht, einen Schrebergarten zu mieten. Schrebergärten, auch Familiengärten oder Kleingärten genannt, kosten wenig Geld, bieten viele Möglichkeiten, bringen aber auch ein paar Verpflichtungen mit sich. Hier erfährst du, wie du vorgehst!

Bananenbaum: Tipps zum Anpflanzen, Schneiden und Pflegen

Der Bananenbaum ist eine Pflanze, die ein wenig Exotik in deinen Garten bringt. Sie ist optisch sehr ansprechend und bringt bei richtiger Pflege sogar leckere Früchte hervor. Zeit also, die Zimmerpflanze für sich zu entdecken, zumal der Pflegeaufwand sich in Grenzen hält. Charakteristisch für die Pflanzen sind die ausladenden Blätter, die sofort alle Blicke auf sich ziehen. Sie bedeuten aber auch, dass du ausreichend Platz für die Zimmerpflanzen benötigst. Der Bananenbaum wächst sehr schnell; darauf gilt es bei der Platzwahl zu achten!

Hartriegel: 7 Tipps zum Pflanzen, Pflegen, Schneiden und Vermehren des zauberhaften Blütenstrauches

Immer mehr Menschen teilen die Begeisterung für den Hartriegel (Cornus). Mit seinen reizvollen Blüten, hübsch gezeichneten Blättern und farbiger Rinde ist er das ganze Jahr über ein Blickfang im Garten. Vögel lieben seine Beeren. Bienen, Hummeln und Schmetterlinge profitieren von der Blütenpracht. Die Früchte einiger Sorten sind essbar und können zu Likör oder wohlschmeckender Marmelade verarbeitet werden. Die Pflege des Hartriegels ist nicht schwierig. Wir zeigen, worauf es ankommt.