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Obstbaum schneiden: Der Weg zu grossen und leckeren Früchten

Obstbaum schneiden: Der Weg zu grossen und leckeren Früchten

Wer einen Obstbaum im Garten hat, möchte gerne möglichst grosse, gesunde, wohlschmeckende Früchte ernten. Damit der Baum diese auch liefert, musst du ihn regelmässig beschneiden. Denn nur mit Hilfe von Säge und Astschere bleibt die Krone in einer Form, in der alle Früchte genug Licht und Nährstoffe erhalten. Obstbaumschnitt ist eine Kunst: Schneidest du zu viel, treibt er wie wild wieder aus. Schneidest du zu wenig, bringt der Schritt nicht die gewünschte Wirkung. Und sägst du am falschen Ast, ist der Baum verunstaltet. Diese Grundlagen zum Obstbaumschnitt helfen dir weiter!

1. Den richtigen Zeitpunkt für den Obstbaumschnitt wählen

Jede Art hat ihre Besonderheiten – nicht für alle Bäume und Gehölze ist ein Winterschnitt das Richtige:

  • Apfel und Birne schneidest du hauptsächlich zwischen Januar und März vor dem Laubaustrieb. Das Wetter für den Winterschnitt sollte dabei nicht zu kalt sein, möglichst nur wenige Grad unter null. Es sollte ausserdem trocken sein, damit die Schnittstellen besser verheilen. Bei Jungbäumen beginnst du so spät wie möglich, da ihr Holz noch sehr frostanfällig ist. Bei Apfelbäumen mit starkem Wachstum kannst du in einem Sommerschnitt Wasserschosse entfernen und eventuelle Fehler aus dem Winter korrigieren. Das sollte allerdings nicht während anhaltender Trockenheit geschehen.
  • Kirschen, Pflaumen und alle Spindelbäume und -büsche bekommen den Rückschnitt nach der Ernte im Sommer. Dabei darf der Himmel gerne bedeckt sein, es sollte aber nicht regnen.

2. Die richtigen Massnahmen für deine Gartenbäume wählen

Hast du einen Obstbaum gerade erst gepflanzt, ist er ausgewachsen und gut in Form oder schon älter und trägt nicht mehr so viel? Beim Obstbaum Schneiden werden in Gartenbau und Landwirtschaft vier Formen unterschieden:

  • Pflanzschnitt: Damit wird direkt nach dem Einpflanzen die Basis für den Kronenaufbau gelegt.
  • Erziehungsschnitt: Bei einem heranwachsenden Obstbaum wird der Kronenaufbau gestaltet.
  • Erhaltungsschnitt: Ein ausgewachsener Obstbaum mit fertig ausgebildeter Krone wird regelmässig ausgelichtet.
  • Verjüngungsschnitt: Mit stärkeren Einschnitten wird der Baum zur Erneuerung seines Fruchtholzes und damit zu mehr Ertrag angeregt.

3. Die Werkzeuge für den Baumschnitt bereit legen

Zum Obstbaum schneiden gehören die richtigen Werkzeuge:

  • Gartenschere für dünnere Äste bis etwa eineinhalb Zentimeter Durchmesser, die gut erreichbar sind
  • Astschere für Äste bis etwa vier Zentimeter Durchmesser
  • Teleskopbaumschere für Schnitte an Ästen, die nicht so einfach erreichbar sind
  • Baumsäge für alles, was dicker ist als vier Zentimeter. Es gibt auch Sägen, die auf eine Teleskopstange gesetzt werden können, damit du höhere Äste erreichst.
  • Bei Bedarf motorgetriebene Sägen für sehr dicke Äste
  • Wichtig: Leiter, die sicher steht
  • Desinfektionsmittel und Lappen für die Scheren und Sägen. Sie verhindern die Übertragung von Krankheiten auf die Bäume.

4. Äste auswählen, die entfernt werden sollen

Das Grundprinzip eines zweckmässigen Kronenaufbaus ist, dass alle Früchte Licht und Luft zur Entwicklung haben sollen. Der Baum soll ausserdem gleichmässig belastet werden. Erreicht wird dies durch eine Kronenform mit einem deutlichen Mitteltrieb als Stammverlängerung und drei bis vier Leitästen. Die Früchte sitzen an waagrecht ausgerichteten Seitentrieben. Beim jährlichen Erhaltungsschnitt werden also folgende Äste entfernt:

  • totes und sichtbar krankes Holz
  • Triebe, die steil nach oben gehen, denn sie verbrauchen Nährstoffe, tragen aber keine Früchte
  • zu eng stehende, nach innen gerichtete und parallel verlaufende Äste und Triebe
  • Wildtriebe aus der Unterlage

Tipp: Klettere nicht sofort auf die Leiter, sondern sieh dir deinen Baum aus verschiedenen Perspektiven zunächst gründlich an und entwickle dann deinen Plan.

5. Zweckmässige Technik für den Obstbaumschnitt anwenden

Obstbäume sind Pflanzen und keine Holzbretter – beim Schneiden oder Sägen solltest du deshalb ein paar botanische Gesetzmässigkeiten beachten:

  • Neue Austriebe gehen immer von einem Vegetationspunkt aus, auch Knospe oder Auge genannt. Deinen Schnitt solltest du möglichst nah an einem nach aussen gerichteten Auge ansetzen. Sonst bildet sich zu viel Totholz.
  • Sägst du Äste ab, lass nie Stummel stehen, sondern geh bis an den erkennbaren Astring heran. Dieser darf aber nicht verletzt werden. Solche Stummel sind ein Einfallstor für Krankheiten und Fäulnis.
  • Säge dicke Äste so ab, dass sie nicht brechen und dem Baum dabei grösseren Schaden zufügen.
  • In der Regel werden Baumwunden heute nicht mehr behandelt. Du solltest aber nicht bei Regen arbeiten und die Schnitte sollten sauber sein.

6. Junge Bäume gleich nach dem Pflanzen schneiden

Mit dem Pflanzschnitt legst du fest, auf welchen Ästen du die Krone aufbauen willst – Konkurrenztriebe kommen weg. Er ist ausserdem wichtig bei Bäumen, die beim Umpflanzen viel Wurzelwerk verloren haben: Die verbliebenen Wurzeln können keine grosse Krone versorgen. Leitäste und Mitteltrieb werden deshalb eingekürzt.

7. In Jahren mit vielen Früchten deren Zahl reduzieren

Beobachtest du, dass dein Baum aussergewöhnlich viele Früchte entwickelt, solltest du die Menge reduzieren, bevor sie zu gross werden. Dann werden die verbliebenen Früchte besser versorgt. Äste mit zu vielen Früchten können ausserdem brechen.

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