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Weinreben schneiden: So geht’s richtig

Weinreben schneiden: So geht’s richtig

Weinreben prägen in den Weinbaugebieten weithin sichtbar das Landschaftsbild und sind ein fester Bestandteil unserer Kultur. Darüber hinaus ist Wein aber auch eine schöne, wenn auch recht pflegeintensive Gartenpflanze. Weinreben bringen eine romantische Atmosphäre in den Garten und tragen im Herbst sogar schmackhafte Früchte. Allerdings ist der Wein auch eine anspruchsvolle Pflanze, die viel Sorge braucht. Vor allem der richtige Rebschnitt will gelernt werden – und so geht er:

1. Warum der Rebschnitt das Wichtigste bei der Pflege von Wein ist

Die wichtigste Pflegemassnahme beim Wein ist der regelmässige Rebschnitt, denn Weinreben sind Kletterpflanzen, die dazu neigen, in kurzer Zeit sehr lange Triebe zu bilden. Weinbauern verbringen viel Zeit damit, ihre Pflanzen zu beobachten und zu pflegen. Zum richtigen Rebschnitt gibt es durchaus verschiedene Meinungen – allzu viel kannst du aber nicht falsch machen, da der Wein eine robuste, tolerante Pflanze ist. Der einzige wirkliche Fehler wäre, überhaupt nicht zu schneiden, sagen erfahrene Winzer.

2. Die Bedeutung eines richtigen Rebschnitts

Weinreben tragen ihre Blüten und Früchte ähnlich wie Stauden an den Trieben, die jedes Jahr im Frühling neu entstehen – das ist ein wesentlicher Unterschied zu Obstbäumen und - sträuchern, die ihre Früchte an den älteren, bereits verholzten Trieben tragen. Daher werden die Reben im professionellen Weinbau normalerweise an Spalieren aus Draht gezogen. Es gilt:

  • Weinreben müssen jedes Jahr nach der Ernte, also im Spätherbst, kräftig zurückgeschnitten werden.
  • Im Lauf des nächsten Sommers entstehen dann die neuen Triebe, die die Trauben tragen.
  • Je weiter die Rebstöcke beim Winterschnitt gestutzt werden, umso weniger Ertrag bringen sie im nächsten Jahr – umso höher ist aber auch die Qualität der Trauben, weil der Weinstock nur wenige davon ernähren muss. Daher gibt es durch den Schnitt der Reben eine direkte Relation zwischen der Menge und der Qualität der Trauben.

3. Den Winterschnitt richtig hinbekommen

Die wichtigste Pflegemassnahme ist der Winterschnitt. Nach der herbstlichen Ernte werden die Ruten, die Früchte getragen haben, ziemlich radikal bis auf jeweils ein bis zwei Augen zurückgeschnitten. Professionelle Winzer lassen meist nur von einem oder zwei der kräftigsten Triebe des letzten Jahres ein ungefähr ein Meter langes Stück stehen. Aus den "schlafenden" Augen dieser alten Treibe bilden sich dann im Frühjahr neue Fruchttriebe. Wenn zwei Fruchttriebe wachsen, ist es sinnvoll, den schwächeren noch im Frühjahr herauszubrechen. Falls am Astring noch weitere Triebe entstehen, solltest du diese ebenfalls entfernen, da sie sonst Nahrung und Wasser beanspruchen, die den Fruchttrieben fehlt.

4. Den Sommerschnitt durchführen

Im Frühsommer, am besten im Juni, folgt dann der Sommerschnitt, bei dem nicht ganz so radikal vorgegangen wird. Beim Sommerschnitt solltest du die inzwischen in die Länge gewachsenen neuen Fruchttriebe teilweise abschneiden, sonst werden sie sehr lang und werfen dann einen Schatten auf die Trauben. Die Faustregel lautet: Auf eine Länge von fünf bis acht Blättern oberhalb der letzten Traube kürzen. Weinbauern schneiden meistens sogar noch kürzer, aber ein so tiefer Schnitt kann die Pflanze auch schädigen und sollte daher den Profis überlassen werden.

5. Trauben am Spalier ziehen

Im professionellen Weinbau werden die Reben an einem aus Drähten gespannten Spalier gezogen. Im Garten kann man das genauso machen, etwa um eine Hausfassade mit Wein zu begrünen. Aber auch ein Gitter aus Holzstreben ist geeignet, um den Wein zu ziehen und in Form zu bringen – letztlich ist die Gestaltung des Gartens hierfür ausschlaggebend. Mit einem Holzgitter baust du im Garten sogar eine weinbegrünte Pergola. Um die Weinreben wie im professionellen Weinbau an einem Spalier entlangzuziehen, befestigst du links und rechts des Weinstocks ein bis zwei Leittriebe waagerecht am Spalierdraht. Im Lauf des Sommers führst du die frischen Fruchttriebe dann senkrecht am Drahtspalier nach oben. Das geschieht, indem du sie nach und nach mit einem nicht einschneidenden Bindematerial an den Drähten oder den Holzstreben befestigt.

6. Weinreben im Garten pflanzen

Weinreben werden als Gartenpflanzen immer beliebter. Für Hobbygärtner gibt es inzwischen spezielle Sorten, die an geschützten Stellen im Garten auch ausserhalb der üblichen Weinbaugebiete gut gedeihen und eine hohe Widerstandfähigkeit gegen Krankheiten wie Mehltau haben. Als Hobbygärtner musst du den Rebschnitt natürlich nicht ganz so genau nehmen wie ein professioneller Weinbauer. Aber auch Weinpflanzen, die nicht zur Traubenernte, sondern als Gartenzierde gepflanzt werden, sollten regelmässig zurückgeschnitten werden, da sie ohne regelmässigen Rückschnitt stark in die Länge wuchern.

7. Gute Tafeltrauben heranziehen

Die meisten Hobbygärtner pflanzen Wein eher als Dekoration. Aber wenn es dazu im Herbst noch schöne, leckere Tafeltrauben zum Essen gibt, nimmt man sie natürlich gerne! Ein Weinbauer will eher kleine Trauben mit hoher Zucker- und Aromakonzentration haben, weil diese sich am besten zum Keltern eignen. Zum direkten Verzehr sind grössere Beeren aber natürlich angenehmer. Das effektivste Mittel dazu ist, die Weinreben während der Reifezeit kräftig zu wässern. Damit solltest du beginnen, wenn die Beeren ungefähr erbsengross sind. Die Weintrauben nehmen dann viel Wasser auf und werden schön gross. Auch das Ausdünnen auf nur eine bis zwei Trauben pro Trieb ist ein gutes Mittel, um grosse Tafeltrauben zu bekommen. Dazu schneidest du immer die äusseren Trauben weg, die am weitesten vom Hauptstamm entfernt sind. Auch das solltest du vor dem Beginn der eigentlichen Reife machen.

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